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12.04.2010

Das Kundus-Syndrom: Sicherheitspolitische Herausforderungen für die Deutsche Politik

Mit einem aufrüttelnden Dossier hat „Die ZEIT“ am 8.März eindrucksvoll auf die Notwendigkeit einer offenen sicherheitspolitischen Debatte in Deutschland hin- gewiesen (Zum Artikel...). Die öffentliche Diskussion um den „Fall“ Oberst Klein macht die Viel- schichtigkeit und die Dringlichkeit einer politischen Debatte deutlich. Hierzu findet im Bonner "Haus der Geschichte" ein Vortrag mit Diskussion mit Winfried Nachtwei statt.

Zu dieser Veranstaltung, die die Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland durchführen, werden alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

Wann?
Dienstag, 13. April 2010
19:30 Uhr
Wo?
Haus der Geschichte
Willy-Brandt-Allee 14
Bonn

17.01.2010

Podiumsdiskussion: "Wer sind die Taliban?"

Unter der Fragestellung "Wer sind die Taliban? Internationale und lokale Wahrnehmungen der afghanisch-pakistanischen Krisenregion" lädt die Middle East Society in Bonn zu einem Vortrag von Dr. Conrad Schetter (Zentrum für Entwicklungsforschung Bonn), mit anschließender Diskussion ein.

Der "War on Terror" wird in der Regel als eine Auseinandersetzung um Ideologien verstanden. Dementsprechend erscheinen die Taliban als die Dämonen der aufgeklärten Welt, die Alles ablehnen, was mit der Moderne in verbindung gebracht wird. Jedoch handelt es sich hierbei um ein zu auschalisierendes und verzerrendes Bild. So lassen sich durchaus verschiedene Strömungen und Motivlagen innerhalb der Bewegung der Taliban erkennen. Auch wachsen dem Begriff Taliban je nach Kontext unterschiedlicheBedeutungszusammenhänge zu: mal wird mit dem Begriff die Aufrechterhaltung lokaler Autonomie zum Ausdruck gebracht, mal eine bestimmende Jugendkultur, mal religiöser Fanatismus etc. Für ein besseres Verständnis, wie der Begriff "Taliban" in Afghanistan und in Pakistan gebraucht wird, beleuchtet dieser Vortrag die gesellschaftlichen Hintergründe. So bedingen vor allem die Überlappungen und Verschmelzungen von Stammeskultur und Islamisierungstendenzen die Herausbildung einer "Taliban"-Kultur, die durch Ambiguitäten, Brüche und unterschiedliche Lebensstile geprägt ist. Dies stellt gerade die internationale Gemeinschaft, und hier v.a. die NATO, vor das schwerwiegende Problem, wie mit den Taliban umgegangen werden solle.

Wann?
Dienstag, 19. Januar 2010
20:00 Uhr
Wo?
Hörsaal IX
Hauptgebäude/Uni Bonn

Die Veranstaltung ist öffentlich!

09.01.2010

Vortrag: "Quo vadis Afghanistan?"

Der Vortrag von Dr. Yahya Wardak skizziert zuerst die Lage und Grunddaten Afghanistans, nach dem Sturz der Taliban und dem Petersberg-Prozess (auch Bonner Prozess). Die aktuelle Situation des Landes und Probleme sowie Fehler bei der Umsetzung von „Maßnahmen zur Friedensförderung und Entwicklung“ werden ein wichtiges Thema des Vortrages sein. Hierbei wird auf die Rolle der Bundesregierung und des Einsatzes der deutschen Bundeswehr eingegangen und der Versuch unternommen, eine Bilanz des Engagements zu ziehen, unter Berücksichtigung des afghanischen Blickwinkels. Deutschland hat durch den Angriff auf zwei Tanklastwagen im September 2009 erneut die Frage in den Mittelpunkt gerückt, wie mit zivilen Opfern umgegangen werden soll. Abschließend sollen Zukunftsperspektiven und Möglichkeiten für eine friedliche Lösung des Krieges diskutiert werden.

Wann?
Freitag, 15. Januar 2010
20:00 Uhr
Wo?
Allerweltshaus Köln
Körnerstr. 77,
Köln – Ehrenfeld

Eintritt:
€ 3,-

20.10.2009

Afghanistan-Filmfestival "Panorama Hindukusch"

Vom 23 - 30. Oktober 2009 wird im Kölner Filmhaus ein neues Filmfestival stattfinden: Panorama Hindukusch zeigt eine Woche lang Filme aus und über Afghanistan. Daneben stehen Vorträge, Diskussionen, Konzerte und eine Kunstausstellung mit Werken bildender Künstler aus der Region auf dem Programm. Panorama Hindukusch knüpft an das erfolgreiche Afghanistan Filmfestival 2008 an und ist einzigartig in Deutschland. Es wird in Zukunft jährlich stattfinden. Die Leitung von Panorama Hindukusch liegt in den Händen von Homeira Heidary. Sie ist gebürtige Afghanin und arbeitet als Journalistin in Köln. Sie lebt seit 29 Jahren in Deutschland.

Die derzeitige kulturelle Entwicklung Afghanistans wird hierzulande kaum thematisiert. Es wird leicht übersehen, wie reich die Region an Historie, Kultur und Tradition ist und wie viel kreative Energie in einem Land herrscht, das gemeinhin nur als Kriegsgebiet bezeichnet wird.

Afghanistan hat viele Geschichten zu erzählen. Die im Land produzierten Filme und ihre Themen werden vor allem von gesellschaftskritischen sowie didaktischen Motiven bestimmt. Die Intention der Filmemacher ist eindeutig: Ihre Arbeiten sollen ein Beitrag zur Veränderung der Mentalität der Zivilgesellschaft sein. Die aktuellen Filme kritisieren das patriarchalische System und machen den Frauen Mut zur eigenen Emanzipation. Thema ist auch das Miteinander in der Familie oder Ehe, der Schulunterricht oder - ganz praktisch- der Schutz vor Landminen.

Panorama Hindukusch wird seinen Zuschauern eine Woche lang authentische Einblicke in die Region bieten.Im ungezwungenen Dialog wird sich Panorama Hindukusch Vorurteile abbauen und neue authentische Perspektiven eröffnen. Dabei sollen die komplexen politischen Konflikte nicht ausgespart bleiben – nur so kann man Völkerverständigung und Toleranz fördern.
Um die inneren Konflikte aus wissenschaftlicher Sicht besser beleuchten zu können, werden drei Podiumsdiskussionen veranstaltet. Hierzu werden verschiedene Wissenschaftler aus Politologie, Ethnologie, den Islamwissenschaften und Geschichte eingeladen.

Zum Programm...

08.09.2009

Seminar: "Im Blickpunkt " - Afghanistan nach den Wahlen - Quo Vadis?

Seit 2001 engagiert sich die internationale Gemeinschaft in Afghanistan. Aber trotzdem kommt Afghanistan nicht zur Ruhe und die Sicherheitslage wird schlechter. Das Militärengagement wird zunehmend kritisch debattiert.

Das Ziel des Seminars ist, eine Bilanz des internationalen und vor allem deutschen Engagements in Afghanistan im politisch-militärischen als auch im zivilen Bereich zu ziehen und das mit den Akteuren aus diesen unterschiedlichen Bereichen zu diskutieren. Es wird der Versuch unternommen die Arbeit der staatlichen als auch der privaten Hilfsorganisationen vorzustellen und den Austausch untereinander zu ermöglichen, damit man voneinander lernen und den hilfsbedürftigen Menschen vor Ort effektiver helfen kann.

Welche Konfliktlösungstrategien verfolgen die deutsche Außenpolitik und die Entwicklungszusammenarbeit? Wie sehen die NGO´s die zivil-militärische Zusammenarbeit? Wie fühlen sich die Afghanen in Deutschland und wie sehen sie ihre Zukunft? Diese und auch weitere Fragen werden hier erörtert.

Das Seminar richtet sich an entwicklungspolitisch interessierte Bürger/innen. Neben den Vorträgen und Diskussionen (auch in Arbeitsgruppen) wird abends ein Erfahrungsaustausch zwischen den Referenten und den Teilnehmerinnen gefördert. Ein Abend mit afghanischer traditioneller Musik ist ein weiterer Höhepunkt.

Leitung:
Nisa Punnamparambil-Wolf (AZK) & Yahya Wardak (Afghnic)
Veranstalter:
Arbeitnehmener Zentrum Königswinter (AKZ); in Zusammenarbeit mit dem Afghanistan Information Center e.V., Bonn; gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung
Termin:
11. bis 13. September 2009
Ort:
Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter
Johannes-Albers-Allee 3
53639 Königswinter

31.08.2009

"Die Waisenkinder Afghanistans" - Eine Audiovisuelle Ausstellung

"Die Waisenkinder Afghanistans" - Eine Audiovisuelle Wanderausstellung von Farzana Wahidy (Fotos) und Shikiba Babori (Konzept/Text/Ton)

Drei Jahrzehnte lang herrschte Krieg in Afghanistan – neben Trümmern, Armut und Arbeitslosigkeit hinterlässt er unzählige Waisenkinder. Ihre Schicksale nehmen wir nur am Rande wahr, denn wir erleben den Krieg vor allem im Zusammenhang mit weltmachtpolitischen Auseinandersetzungen. Es ist jedoch unglaublich wichtig, die Kinder nicht zu ignorieren, sondern ihnen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken:
Wer hinschaut, dem wird bewusst, wie wichtig es ist, dass diese Generation bessere Chancen für eine selbst gestaltete Zukunft erhält. Nur so können sie eines Tages als verantwortungsvolle Bürger den Aufbau eines stabilen Staates mitgestalten.

Die audiovisuelle Ausstellung soll einen Zugang zu der Welt der Waisenkinder verschaffen. Ein direkter Einblick in den Alltag der Kinder wird uns eine differenziertere Wahrnehmung ermöglichen. Mit der Ausstellung wird ein Forum für die Waisenkinder geschaffen, in dem sie sich mitteilen und einen Ausweg aus der Anonymität finden. Hier stehen sie im Mittelpunkt und können ihren Wünschen und Bedürfnissen Raum geben. Diese Öffentlichkeit bietet uns die Basis für einen Dialog. Die Bilder und Interviews sind in Afghanistan entstanden. Insgesamt konnten 12 Kinder porträtiert werden.

Vernissage mit:
Dr. Conrad Schetter, Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn

Termin:
2. - 17. September 2009
Vernissage:
1. September 2009, um 18 Uhr
Ort:
Wandelhalle des Landtags Nordrhein-Westfalen,
Platz des Landtags 1,
40221 Düsseldorf

14.08.2009

Podiumsdiskussion: Tag der Wahl - Welche Zukunft hat Afghanistan?

Am 20. August 2009 wählt die afghanische Bevölkerung einen neuen Präsidenten. Kann diese Wahl wirklich einen Beitrag zur Demokratisierung des Landes leisten? Wie wirkt sich der Ausgang auf die internationalen Beziehungen und die Entwicklungszusammenarbeit aus?

Zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit Experten, die diese und andere Fragen erörtern, laden die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw, Berlin) und das Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (ZEF) herzlich ein. Auf dem Podium diskutieren: Christiane Hieronymus, Referatsleiterin Afghanistan, Bangladesch und Pakistan im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Dr. Conrad Schetter, Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Universität Bonn Dr. Yahya Wardak, Afghanistan Information Center e.V. AFGHANIC in Bonn Moderation: Marcel Pott, Publizist und Autor.

Um Anmeldung wird gebeten: ZEF PR Office (Alma van der Veen und Katharina Moraht) e-mail: press.zef@uni-bonn.de phone: 0228 731846 fax: 0228 731889

Wann?
Donnerstag, 20. August 2009 ab 11:00 Uhr
Wo?
Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)
Walter-Flex-Str. 3
53113 Bonn

22.06.2009

Podiumsdiskussion: Friedensgutachten 2009 - Wie lassen sich Kriege beenden? Strategien für Erfolg und Misserfolg

Im Mittelpunkt des kürzlich erschienenen Friedens- gutachtens 2009 der fünf führenden wissenschaftlichen Institute für Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland stehen die Möglichkeiten, Wege und Grenzen, Kriege und Gewaltkonflikte zu beenden. Die gegenwärtigen Strategien zur Beendigung von Kriegen und bewaffneten Konflikten setzen zu sehr auf militärische Lösungen, statt die Gesellschaften zu mobilisieren, um eine legitime und funktionierende Staatlichkeit wieder aufzubauen. Kriege, wie die in Afghanistan und Pakistan, seien "durch militärische Schlachten und Truppenverstärkungen nicht zu entscheiden", heißt es im Gutachten. Unter heutigen Bedingungen müssten Strategien zur Kriegsbeendigung Lebensgrundlagen sichern, Köpfe und Herzen der Bevölkerung gewinnen, ihre Sicherheitslage verbessern und Störenfriede isolieren. Legitime staatliche Institutionen und glaubwürdige Demokratisierung seien dafür zentral - Die jüngsten Kriege im Nahen und Mittleren Osten, im Kaukasus und in Afrika nötigten dazu, so die Herausgeber, die Voraussetzungen einer Kriegsbeendigung systematisch zu bestimmen. Der Themenschwerpunkt behandelt diese Frage konzeptionell, historisch und am Beispiel aktuell drängender Fälle einschließlich des "Krieges gegen den Terrorismus" und der Piraterie vor den somalischen Küsten. Übernimmt sich die Staatengemeinschaft? Erfordert die nüchterne Bilanz internationaler Missionen bescheidenere Zielsetzungen? Was bedeutet das konkret für den Irak und für Afghanistan? Und welchen Beitrag muss Deutschland dafür leisten? - Es diskutieren: Dr. Andreas Heinemann-Grüder, BICC, Mitherausgeber des Friedensgutachtens - Professor Dr. Thomas Jäger, Universität Köln - Anthony Seaboyer, Associate Fellow DGAP - Moderation: Ute Lange (WIIS.de) - Begrüßung: Dr. Wolfgang Runge, Vorsitzender des Forums NRW der DGAP // Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Forum NRW gemeinsam mit dem Internationalen Konversionszentrum Bonn (BICC) und Women in International Security Deutschland e.V. (WIIS.de)

Datum
25.Juni 2009
Uhrzeit
19.30 Uhr
Ort
Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Willy-Brandt-Allee 14
53113 Bonn
Anmeldung
Teilnahmebestätigung an Dr. Wolfgang Runge, Fax: 02223 / 90 71 43 oder per E-Mail

13.06.2009

Ringvorlesungen des Bonner Asienzentrums

Unter den Titeln "Was ist Kulturwissenschaft? 13 Bonner Antworten" und "Medien, Macht, Märkte. Das Konzept des öffentlichen Raumes in asiatischen Gesellschaften" und "Doppelter Kolonialismus in Asien." veranstaltet das Bonner Asienzentrum (BAZ) im Sommersemester 2009 gleich drei Ringvorlesungen jeweils montags und dienstags statt.

Die nächsten Vorlesungen:

Montag, 15. Juni:

Dr. Katharina Corsepius:: Mnemische Welten. Die kulturwissenschaftliche Bibliothek Aby Warburgs, der Streit um die Kunstgeschichte als Bildwissenschaft und die Auflösung des Kanons (18:00 s.t. -19:30 Uhr, HS II)

Katja Mielke M.A.:: Zwischen Ermächtigungsdiskurs und Entwicklungsshopping: Die Besetzung des öffentlichen Raumes im ländlichen Afghanistan (19:30 s.t. -21:00 Uhr, ZEF)

Dienstag, 16. Juni:

Dr. Eva-Maria Auch: "Muslime Zentralasiens als Objekte russischer und
sowjetischer „Zivilisierungsmission“
(18:00 (c.t.) - 20:00 Uhr, HS II)

19.05.2009

Feiern für UNICEF: Die "World Beat Party" am kommenden Samstag!

Die bei Nachtschwärmern beliebte World Beat Party wird am 23. Mai 2009 ab 23h als eine Benefizveranstaltung zugunsten von UNICEF im Bonner Pantheon stattfinden. Ihr könnt wieder zu Balkanmusik, Afro-Beats, Latino- und Oriental-Tunes von DJ soliDarJush (Taxi MunDJal) die Hüften schwingen und nebenbei Gutes tun! Der Erlös geht zugunsten des Projekts "Afghanistan: Eine Chance auf Bildung für Mädchen".

Die Veranstaltung findet am Tag des GGG (GrundGesetzGeburtstags) im Rahmen der "Langen Nacht der Demokratie" der Bundeszentrale für politische Bildung statt.

Vorverkauf: am 13. und 20. Mai in der Nasse- und Poppelsdorfer Mensa sowie ab dem 04. Mai im Pantheon Büro (Reuterstr. 241).

Datum: Samstag, 23.Mai
Beginn: 23:00 Uhr

07.05.2009

Bonn/Filmtipp - "DRACHENLÄUFER" (OmU)

"Ein in jeder Hinsicht aufregender, im besten Sinne spannender Menschen- und Kultur-Film, der (angenehm-)viel unter die Haut und in den Kopf steigt. Was natürlich nicht zuletzt auch an dieser geglückten Darstellermischung aus Profis und Laien liegt: Der Auftritt des jetzt 13 Jahre alten Ahmad Khan Mahmoodzada als junger Hassan 'zählt zu den großartigsten Kinderdarbietungen in der Filmgeschichte', befand die 'New York Times'. Und auch die weiteren - unbekannten - Akteure verleihen dem Stoff wie den Bildern eine immense Würde und Authentizität. Der 'Spiegel' notiert in dieser Woche völlig zu Recht: Der schwierige Spagat zwischen Kunst- und Kommerzkino ist hier jedenfalls mühelos wie vollauf geglückt: Ein Klasse-Film!"

Handlung:
"Drachenläufer" spielt im Kabul der 70er Jahre. Die Freundschaft zwischen zwei Jungen zerbricht, als einer dem anderen in einer bedrohlichen Situation nicht beisteht. Einer der beiden stellt sich als Erwachsener seinen Erinnerungen.

Als Khaled Hosseini den Roman Der Drachenläufer 2003 veröffentlichte, rechnete kaum einer damit, dass dieses Buch zu einem großen Erfolg werden würde. Afghanistan war das Sinnbild für Krieg, Armut und Terror. Der Drachenläufer aber wurde zu einem Weltbestseller. Acht Millionen Exemplare wurden von dem Buch bis heute verkauft, es ist in 34 Sprachen übersetzt. Jetzt kommt Der Drachenläufer als Film in die deutschen Kinos. Für Marc Forster, den Regisseur, war es Liebe auf den ersten Blick. »Das Lesen des Buches war eine so emotionale und schöne Erfahrung, dass ich sofort wusste, hier dabei sein zu wollen!«

Der Film "Drachenläufer" ist in der kommenden Woche im Original mit Untertitel an gleich zwei Terminen in der Bonner Kinemathek ("Brotfabrik") zu sehen: Di 12.5. um 21.00 Uhr und Mi 13.5. um 19.00 Uhr)

09.04.2009

Filmtipp: "Nacht vor Augen" - beim Kölner Filmfestival "exposed"

Nacht vor Augen ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2008. Der mit mehreren Preisen ausgezeichnete Debütfilm der Regisseurin Brigitte Bertele behandelt die Geschichte eines jungen Bundeswehrsoldaten, der traumatisiert aus einem Afghanistan-Einsatz ins Zivilleben zurückkehrt.

Handlung:
Der Bundeswehrsoldat David (Hanno Koffler) kehrt aus Afghanistan in Kampfmontur in ein beschauliches Schwarzwaldörtchen zurück, seine Freundin empfängt ihn freudig, genau wie Freunde und Familie. Doch schnell ist klar, der Mann ist nicht mehr der gleiche. Warum behandelt er seinen 7 jährigen Halbruder so rüde und will ihm Härte ein- und die Angst austreiben. Warum kann David sich nicht mehr anfassen lassen, ist impotent, nässt ins Bett? Warum schläft er nicht, wer ist die verschwommene Figur, die in seinen Träumen bei ihm auf der Bettkante sitzt? Alles soll so sein wie vorher. Aber für ihn ist es das nicht. Wird es nie mehr sein, denn aus Angst und Nervosität hat er bei einem Einsatz einen kleinen Jungen erschossen. Er kann es niemandem sagen, niemand will das hören, niemand will hören wie der Krieg ist....

Kritik:
Für ZDF Aspekte gehört Nacht vor Augen zu den Filmen, die "still daher kommen, aber den Zuschauer unmittelbar treffen und über das Festival hinaus beschäftigen. […] Ein beeindruckender Film, der mit schockierender Deutlichkeit zeigt, dass der Krieg in den Köpfen von Soldaten noch lange weitergeht."

Filmfestival:
Abendfüllende Filme, innovativ und überraschend, jenseits des Mainstreams, allesamt Debüts junger Filmemacher zeigt das Kölner Filmfestival "exposed" vom 15. bis zum 19. April 2009. In drei Programmblöcken sind insgesamt 17 Nachwuchsfilme aus acht verschiedenen europäischen Ländern zu sehen. Darunter auch "Nacht vor Augen". Aufführungsorte sind der Filmclub 813 und das Filmforum NRW im Museum Ludwig.

Das Programm legt sich weder auf eine Sparte, eine Richtung, ein Format oder eine Ästhetik fest. Dagegen sind Eigensinn und Individualität gefragt. Spiel- und Experimentalfilm, Dokumentation und essayistisches Filmwerk – die Vielzahl der Genres ist ebenso Programm.

Dazu bietet das Festivalprogramm ein Wiedersehen mit zahlreichen etablierten Schauspielern. Neben Isabelle Huppert haben auch Hannelore Elsner, Andrea Sawatzki, Klaus J. Behrendt und Christoph Maria Herbst die Arbeit mit den jungen Regisseuren und damit eigene neue Entfaltungsmöglichkeiten gesucht.

exposed no. 2 - vom 15. bis 19. April im Filmclub 813/Kino an der Brücke (Hahnenstr. 6, 50667 Köln) und im Filmforum NRW (im Museum Ludwid, Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln), Eintritt 5 Euro.

Der Film "Nacht vor Augen" läuft am Freitag, 17. April um 20:00 Uhr im Filmclub 813

Zum Trailer...

25.02.2009

Ausstellung in Bonn: Unfinished Business - Afghanistan aus dem Blick des Anderen

Sich mit Fotografie über Afghanistan auseinanderzusetzen heißt auch, sich über den eigenen Standpunkt genauere Klarheit zu verschaffen. Was verbindet visuelle Wahrnehmung und politisches Handeln?

Die Ausstellung „Unfinished Business - Afghanistan aus dem Blick des Anderen“ zeigt Bilder der afghanischen Fotografen Massoud Hossaini und Farzana Wahidy, die einem ihr Land - jenseits der medial geprägten Motive von Krieg und Bundeswehr - näher bringen. Ergänzt werden sie durch Arbeiten der Fotojournalisten David Bathgate und Martin Gerner. So entsteht ein kultureller Dialog auf gleicher Augenhöhe.

Termin: 3. März 2009, 19.00 Uhr
Ort: Rathaus Hardtberg, Villemombler Str. 1, Bonn-Duisdorf
Veranstalter: Petra Thorand (Stadtbezirksbürgermeisterin Bonn-Hardtberg); Abdul Razaq Yaqoob (Generalkonsul von Afghanistan)

Die Ausstellung ist bis zum 27. März zu besichtigen.

(Foto: Farzana Wahidy)